03.10.2022: Die Kreuzritterburg Kerak

Heute hieß es Abschied nehmen vom Toten Meer und auf in Richtung Süden.

Ein letzter Blick auf das Tote Meer.





Auf der Weiterfahrt konnte man ganz gut sehen, dass es hier vor sehr, sehr vielen Jahren aktive Vulkane gab.





Erster Fotostopp bei Hammamat Ma‘in, den heißen Quellen.























Nächster Fotostopp bei Machärus, das jordanische Masada.
Herodes, der Große unterhielt hier in grandioser Landschaft einen Palast, der unter anderem dadurch bekannt wurde, dass Johannes, der Täufer auf Wunsch der Salome geköpft und sein Kopf auf einem Teller präsentiert wurde.





Ein weiteres Highlight, das Jordanien zu bieten hat: Wadi Mujib, der „Grand Canyon“ von Jordanien.
Die Schlucht ist durch tektonische Verschiebungen entstanden, deutlich sind die geologischen Schichtungen zu erkennen.







In der Mitte sieht man die Staumauer vom Stausee.





Der Stausee selbst ist komplett leer. Das hat selbst der Reiseleiter, der seit 1988 nach Jordanien kommt, noch nie erlebt.



Mittagessen in Kerak.



Weiter zur Kreuzritterburg Kerak. 

Kerak wird im Alten Testament Kir bzw. Kir-Moab genannt. Tatsächlich geht die Geschichte der Stadt bis ins 9. Jahrhundert v. Chr. zurück. Wegen der strategisch günstigen Lage wurde die Bergkuppe von vielen Herrschern genutzt, z.B. von den Assyrern, die das Königreich Moab 733 v. Chr. unterworfen hatten. Nach einer geschichtlichen Pause lässt sich erst in nabatäischer und römischer Zeit die Existenz von Kerak wieder nachweisen. Die Römer erhoben den Ort zur Bezirkshauptstadt, die Byzantiner zum Bischofssitz. Nach der islamischen Eroberung verfiel Kerak offenbar. Erst der Kreuzritter Payen le Bouteiller nutzte 1142 die strategische Lage und ließ auf dem alten Festungsgelände die Burg errichten, die 1161 fertiggestellt wurde. 1173 belagerte Saladin, der Hauptgegner der Kreuzritter, die Festung zum ersten Mal, zog aber unverrichteter Dinge wieder ab.
Als im November 1183 Saladin erneut anrückte, feierte der seit 1177 neue Burgherr Rainald von Chatillon gerade die Hochzeit seiner elfjährigen Tochter - und ließ sich auch nicht von dem Getöse des Ansturms stören. Nachdem die Brautmutter Saladin Schüsseln vom Festmahl geschickt hatte, verschonte er den Turm des jungen Hochzeitpaares. Als Truppen aus Jerusalem anrückten, zog Saladin ab. 1184 wiederholte sich die Belagerung ähnlich, allerdings ohne Hochzeitsgelage.
Rainald von Chatillon war als der grausamste und skrupelloseste christliche Herrscher bekannt, der sich nur selten an Vereinbarungen hielt. Nachdem er wieder einmal eine Karawane überfallen hatte, stellte Saladin dem christlichen Herr nach und schlug es 1187 vernichtend bei Hittin (heute Israel). Saladin ging in der Regel fair mit seinen Kriegsgegnern um, Rainald von Chantillon aber enthauptete er persönlich. Das Ende der Kreuzritterherrschaft war eingeleitet. Saladin konnte sich nun ungestört der Eroberung Keraks widmen. Nach elfmonatiger Belagerung gaben die Christen auf; zuvor hatten die hungrigen Kreuzritter ihre Frauen und Kinder den Belagerern im Austausch gegen Brot übergeben.
Saladins Bruder Adil zog in die Festung und baute sie luxuriöser sowie sicherer aus. Zeitweise soll sogar Saladins Thronschatz in der Burg versteckt worden sein. Im 13. Jahrhundert eroberten die ägyptischen Mamluken unter Beybars die Festung. Er und sein Nachfolger Qalaun erweiterten zwischen 1264 und 1323 die Anlagen, die 1293 durch ein Erdbeben beschädigt worden waren. Schließlich kamen die Osmanen, in deren Hand das Land formal über vier Jahrhunderte blieb. Allerdings gab es immer wieder lokale Aufstände unter Stammesfürsten, so dass 1840 das Widerstandsnest Kerak von osmanischen Truppen besetzt und die Ostmauern der Stadt geschleift wurden. Als die Türken ein Jahr später abrückten, wurde das Leben in Kerak so unsicher, dass viele Christen z.B. nach Madaba abwanderten. Erst als die Osmanen 1893 erneut 2.000 Soldaten in der Stadt stationierten, kehrte wieder Ruhe ein.

























































Während der Busfahrt gab es leckere Datteln. Die Erntezeit startet jetzt dann.




Aufgrund der späten Ankunft bei Dunkelheit in Wadi Musa war ich lediglich noch kurz beim Abendessen.

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